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Stundensatz oder Festpreis: unser Satz und warum wir trotzdem nicht danach abrechnen

· aktualisiert am 31. August 2026 · Lukas Schober

Wir kalkulieren mit 160 Euro netto pro Stunde und nennen die Zahl offen — abgerechnet wird trotzdem als Festpreis. Warum das für Sie die bessere Risikoverteilung ist, und wie sich der Satz zum Marktmedian verhält.

Wer nach dem Stundensatz für Softwareentwicklung sucht, will meistens dasselbe: Angebote vergleichbar machen. Das ist die richtige Absicht — aber der Stundensatz ist dafür die untauglichste Zahl im ganzen Angebot.

Der Grund lässt sich in einer Zeile aufschreiben. Ihr Preis ist Stundensatz mal Stundenzahl. Den Satz nennt Ihnen jeder Anbieter. Die Stundenzahl kennt vor Projektende niemand. Sie vergleichen also den einen bekannten Faktor einer Multiplikation, deren Ergebnis offen ist.

Wir nennen unseren Satz trotzdem — er steht weiter unten. Abgerechnet wird bei uns aber nach Festpreis, und dieser Artikel erklärt, warum das für Sie die bessere Verteilung des Risikos ist: wie die drei üblichen Modelle in Deutschland funktionieren, was der Markt tatsächlich aufruft und wer wofür einsteht.

Die drei Modelle

Modell Wer trägt das Aufwandsrisiko Fair, wenn Was schiefgehen kann
Stundensatz der Auftraggeber Der Umfang ist klein, klar und kurz Der Endpreis steht erst am Ende fest
Tagessatz der Auftraggeber Fest gebuchte Kapazität über Wochen Bezahlte Tage sagen nichts über Fortschritt
Festpreis der Anbieter Der Umfang ist schriftlich abgegrenzt Ohne Abgrenzung: Nachträge oder Risikoaufschlag

Der Unterschied zwischen Stunden- und Tagessatz ist rein rechnerisch. Der Unterschied zum Festpreis ist ein anderer: Er verschiebt, wer bezahlt, wenn die Schätzung nicht aufgeht.

Beim Aufwandsmodell tragen Sie das Risiko. Braucht die Umsetzung doppelt so lange wie geschätzt, zahlen Sie das Doppelte. Der Anbieter verdient an der Verzögerung nicht weniger, sondern mehr — nicht aus böser Absicht, sondern weil das Modell so gebaut ist.

Beim Festpreis trägt der Anbieter das Risiko. Dauert es länger, ist das sein Problem. Dafür enthält der Preis einen Aufschlag für diese Unsicherheit. Diesen Aufschlag zahlen Sie in jedem Fall, auch wenn alles glattgeht — das ist der ehrliche Nachteil des Modells.

Was der Markt aufruft

Für Ihre Einordnung eine externe Zahl, die niemand von uns stammt. Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap, veröffentlicht am 2. Juli 2026, weist für IT-Freelancer im DACH-Raum einen medianen Stundensatz von 95 € aus. Für Software- und Webentwicklung liegt der Wert bei 90 € und damit am unteren Ende der IT-Disziplinen. Quelle: freelancermap, Stundensätze IT-Freelancer 2026.

Drei Einschränkungen dazu, die in der Auslegung dieser Zahl regelmäßig untergehen:

  • Es sind Sätze von Einzelselbstständigen, keine Firmenpreise. Ein Unternehmen kalkuliert Ausfall, Gewährleistung, Vertretung, Prüfung und Betrieb mit ein. Die Zahlen sind deshalb keine Vergleichsgröße für ein Festpreisangebot.
  • Ein Median ist kein Preis für Ihren Fall. Er beschreibt eine Verteilung über alle Fachgebiete, Regionen und Projektgrößen hinweg.
  • Der Satz sagt nichts über die Stundenzahl. Und genau die ist der Faktor, der Ihre Rechnung bestimmt.

Warum zwei gleiche Stundensätze nicht dasselbe kosten

Nehmen Sie zwei Anbieter mit identischem Satz. Der eine braucht für dieselbe Funktion drei Tage, der andere neun. Der zweite ist dreimal so teuer — bei gleichem Satz und gleichem Ergebnis. In einem Aufwandsprojekt sehen Sie diesen Unterschied erst auf der Rechnung.

Der Effekt kehrt sich sogar um: Der Anbieter mit dem höheren Satz kann der günstigere sein, weil er weniger Stunden braucht. Wer nach dem niedrigsten Stundensatz auswählt, wählt systematisch nicht den günstigsten Anbieter aus, sondern den langsamsten unter denen, die sich billig anbieten müssen.

Der Stundensatz misst den Preis der Arbeitszeit. Sie kaufen aber kein Ergebnis in Zeit, sondern eine Anwendung, die einen Ablauf trägt.

Dazu kommt eine Entwicklung, die diesen Maßstab weiter entwertet hat. Wir entwickeln KI-gestützt. Entschieden, geprüft und verantwortet wird dabei von Menschen — was in Ihr System geht, hat ein Entwickler gelesen und freigegeben, und wir gewährleisten für das Ergebnis unabhängig davon, mit welchen Werkzeugen es entstanden ist. Der Zusammenhang zwischen aufgewendeter Zeit und geliefertem Wert ist dadurch schwächer geworden, nicht stärker. Wie die Prüfung im Einzelnen abläuft, steht unter Wie wir arbeiten.

Unser Satz: 160 € netto pro Stunde

Damit Sie nicht raten müssen: Wir kalkulieren mit 160 € netto pro Stunde. Wir nennen die Zahl, obwohl wir Projekte nicht danach abrechnen — weil sie unsere Festpreise überprüfbar macht. Ein Einstiegspreis von 2.500 € für eine Anbindung entspricht rund 16 Stunden, einschließlich Fehlerbehandlung, Protokollierung, Tests und Übergabe. Sie können also nachrechnen, ob unser Preis zu dem passt, was wir beschreiben.

Der Abstand zu den 90 € aus dem Freelancer-Kompass ist kein Aufschlag für dieselbe Leistung. Er ist der Unterschied zwischen einer Person und einem Unternehmen: Gewährleistung, Vertretung im Krankheitsfall, eine zweite Person, die den Code liest, Tests, Dokumentation und jemand, der in drei Jahren noch erreichbar ist. Wer diese Dinge nicht braucht, ist mit einem Einzelselbstständigen tatsächlich günstiger bedient — und wir sagen das im Erstgespräch auch.

Abgerechnet wird trotzdem als Festpreis. Aus zwei Gründen:

Erstens beantwortet ein Satz Ihre Frage nicht. Sie wollen wissen, was Ihr Vorhaben kostet. Ein Stundensatz beantwortet das nur zusammen mit einer Menge — und die wäre vor der Analyse eine Behauptung. Deshalb nennen wir zusätzlich Einstiegsbeträge für abgrenzbare Vorhaben: eine Schnittstelle ab 2.500 €, ein Web-Dashboard ab 3.500 €, ein internes System ab 7.500 €, jeweils netto. Die vollständige Rechenlogik dahinter steht auf unserer Seite zu den Kosten.

Zweitens verschiebt der Satz das Gespräch an die falsche Stelle. Eine Verhandlung über den Satz ist eine Verhandlung über den Einkaufspreis von Zeit. Eine Verhandlung über den Umfang ist eine Verhandlung über das, was Sie tatsächlich bekommen — und dort liegen die Hebel, die Ihren Preis wirklich bewegen.

Wir würden diese Argumente nicht führen, wenn sie nur uns nützten. Deshalb der offene Teil: Beim Festpreis liegt ein Aufschlag für Schätzunsicherheit im Preis. Wenn ein Projekt reibungslos läuft, haben Sie diesen Aufschlag umsonst bezahlt. Das ist der Preis dafür, dass Sie im umgekehrten Fall nichts nachzahlen.

Was ein Festpreis voraussetzt

Ein fester Preis braucht eine feste Grenze. Ohne sie ist er kein Festpreis, sondern ein Angebot mit eingebauten Nachträgen.

Deshalb steht bei uns vor dem Preis ein Konzept: Abläufe, Rollen, Datenfelder, Anbindungen — und eine benannte Abgrenzung dessen, was ausdrücklich nicht dazugehört. Dieser letzte Punkt ist der eigentliche Preisbestandteil. Wie Sie ihn selbst formulieren, steht in Lastenheft für Software.

Wenn sich der Umfang vorher nicht abgrenzen lässt, ist ein Festpreis nicht fair, sondern nur bequem. Dann arbeiten wir in Stufen: Jede Stufe hat einen eigenen Umfang, eine eigene Obergrenze und eine eigene Abnahme. Nach jeder Stufe entscheiden Sie, ob die nächste kommt. Eine laufende Abrechnung ohne Obergrenze bieten wir nicht an — das ist das einzige Modell, in dem Sie das Risiko vollständig allein tragen.

Wann die Frage nach dem Stundensatz berechtigt ist

Es gibt drei Lagen, in denen Abrechnung nach Aufwand das sinnvollere Modell ist. Wir sagen das auch, wenn Sie bei uns anfragen:

  • Kleine, klar umrissene Zusatzarbeiten an einer bestehenden Anwendung. Ein Konzept dafür zu schreiben wäre teurer als die Änderung selbst.
  • Beratung und Analyse ohne Lieferergebnis. Wo das Ergebnis eine Einschätzung ist, gibt es nichts, was sich abgrenzen ließe.
  • Fest gebuchte Kapazität über längere Zeit, wenn Sie die Priorisierung selbst steuern wollen und die Aufgabenliste wöchentlich wechselt.

In allen drei Fällen gilt dieselbe Bedingung: Es muss eine vereinbarte Obergrenze geben, ab der gesprochen wird, bevor sie überschritten ist.

Die Frage, die statt des Stundensatzes trägt

Fragen Sie nicht nach dem Satz. Fragen Sie: „Was genau ist in diesem Preis enthalten, und was ist ausdrücklich nicht enthalten?“

Vier Positionen sollten in der Antwort vorkommen — und wenn ein Angebot auffällig günstig ist, fehlen erfahrungsgemäß genau sie: Code-Prüfung durch einen Menschen, automatisierte Tests, Dokumentation und die Übergabe der Zugänge. Ein fünfter Punkt gehört dazu, weil er nach dem Projekt weiterläuft: der Betrieb. Was der kostet und was ein Betreuungsvertrag regeln muss, steht in Betriebskosten nach dem Start.

Wenn Sie mehrere Angebote vorliegen haben und wissen möchten, worin sie sich tatsächlich unterscheiden, schildern Sie den Fall in zwei Sätzen über das Kontaktformular. Eine schriftliche Einschätzung zu Machbarkeit, Aufwand und Risiken bekommen Sie mit unserer Machbarkeits-Analyse für 490 €, die bei Beauftragung angerechnet wird.

Passend dazu: unsere Leistung in diesem Bereich

Klingt das nach Ihrem Fall?

Erzählen Sie uns, woran es hakt. Im Erstgespräch klären wir, ob sich der Aufwand für Sie lohnt — und wenn nicht, sagen wir das.

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